
DVD-Premiere in Zusammenarbeit mit BILDSTÖRUNG:
Nach bereits 2 überaus erfolgreichen Vorführungen im Rahmen des Pornfilmfestivals Berlin freuen wir uns, dass Mladen Djordjevics großartiger Film LEBEN UND TOD EINER PORNOBANDE nun vom DVD-Label BILDSTÖRUNG in einer aufwändigen Edition auf DVD und BluRay veröffentlicht wurde. Aus diesem Anlass zeigen wir den Film erneut im Rahmen unserer WarmUp-Screenings und stellen in diesem Rahmen die DVD-Edition vor.
Samstag, 9. Juli 2011
22.15 Uhr
Kino Moviemento Berlin
Serbische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Projektion von BluRay
ZUR KARTENBESTELLUNG
———————
„Ich bin bei dieser Tour dabei, um zu ficken… Nicht, um zu töten.“
Eros und Thanatos… Als der junge Filmabsolvent Marko sich voller Ideale und Tatendrang daran macht, das serbische Kino zu revolutionieren, muss er bald feststellen, dass niemand auf ihn gewartet hat. Nach ein paar Werbeclips, die an seinen ausgefallenen Ideen scheitern, heißt es für ihn bald: Endstation Porno. Doch so leicht gibt er nicht auf. Angetrieben von der großen Vision bicht er mit einer bunten Truppe aus Pornodarstellern, Junkies und gescheiterten Schauspielern auf, um mit einem Live-Porno-Cabaret das ländliche Serbien ordentlich aufzumischen. Sex and Drugs and Rock’n’Roll! Doch die Realität siegt über die Ideale. Ohne Geld und nach einigen unerfreulichen Begegnungen mit ‚rechtschaffenen Bürgern’ stehen sie vor dem Abgrund. Da taucht plötzlich ein Mann auf, faselt etwas von ‚Snuff’ und macht Marko ein unerhörtes Angebot… Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein…
Das, womit Mladen Ɖorđević in seinem Spielfilmdebüt aufwartet, hat sich das europäische Kino der letzten Jahrzehnte nur sehr selten getraut: Pornografie, Zoophilie, Snuff, explizite Gewalt – alles in einem Film. Was aber noch viel erstaunlicher ist: ihm ist das Kunststück gelungen, mit diesen Zutaten eben nicht den billigen Exploitation-Schocker abzuliefern, den man vielleicht vermuten würde. Andererseits geht er aber nicht auch nur den geringsten Kompromiss ein, was Wucht und Heftigkeit seines Films angeht. Ganz im Gegenteil: die kurzen aber äußerst heftigen Szenen treffen einen umso mehr, da sie in eine Geschichte eingebettet sind, die sich völlig auf ihre Figuren konzentriert. Dadurch ist Ɖorđević trotz aller Drastik ein Film gelungen, der nicht nur erschreckt und provoziert, sondern der gleichzeitig intelligent und witzig, stellenweise sogar äußerst subtil ist – und er verlässt sich dabei voll und ganz auf sein tolles Drehbuch, seine großartigen Darsteller – allen voran Mihajlo Jovanovic als Marko – und auf sein perfektes Gespür für Timing. Denn anstatt sich in minutenlangen Bildexzessen zu ergehen, blendet er immer genau dann ab, wenn der Schlag in die Magengrube des Zuschauers am wirkungsvollsten ist. Es sind die unvermittelten, kurzen, aber gezielten Schläge, die am meisten wehtun.
———————
Pressestimmen:
„PORNO BANDE ist nichts anderes als die Wiedergeburt des sozialkritischen Splatterkinos im Geiste der frühen Hooper, Romero und Craven – und zusammengedacht mit einer europäischen Kunstfilmtradition. Das Ergebnis ist ein Werk von brutalster Wucht, voll von Tabubrüchen in der ungeschminkten, bewusst grenzüberschreitenden Darstellung von Akten extremer Sexualität wie extremer Gewalt. Wie ein Faustschlag in die Magengrube kommt dieser kompromisslose Debütfilm daher, brennt sich vorerst unauslöschlich in die Erinnerung ein und schlägt in seiner fast körperlich spürbaren, aus politischem Bewusstsein wie Exploitation-Kinotradition befeuerten Dringlichkeit vielleicht gar, kurz vor dem Ausklingen der Dekade, ein neues, aufregendes Kapitel in der Kinogeschichte auf.“ Jochen Werner [Splatting Image/F.LM]
“Im Film sieht (oder hört) man Augenzeugenberichte von grausamen Kriegsgräueln, die in den genozidähnlichen Bürgerkriegen in Serbiens jüngster Vergangenheit stattgefunden haben, und es wirkt fast, als wolle Mladen Djordjevic einen dazu herausfordern, sich über den Sex und die Gewalt in seinem Film zu empören, während es doch eine so offensichtliche Belanglosigkeit ist, verglichen mit dem, was tatsächlich im Hintergrund geschildert wird. Und er lässt es sich auch nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass die westlichen Medien geradezu gierig den schockierenden Bildern aus den Kriegen in Jugoslawien hinterherjagten.“ Ard Vijn [TWITCH]
„’Eindringlich’ ist wohl das Wort, das den Großteil von LEBEN UND TOD EINER PORNOBANDE am treffendsten beschreibt. Auch wenn am Anfang keine Verzweiflung zu spüren ist, so sind einem doch Unmengen davon entgegengeschlagen, ist man erstmal am Ende angelangt, mit gerade soviel Zurückhaltung bei explizitem Sex und Gewalt, dass einem die Figuren wirklich als Personen ans Herz wachsen.“ Jay Seaver [eFilmcritic]
”Die Gespenster des Krieges kehren immer wieder zurück – zunächst als Farce (der Dreh eines Pornofilms wird von Bombenhagel unterbrochen), und dann als erschütternde Tragödie (ein ehemaliger Soldat, der sich freiwillig vor der Kamera ermorden lässt). Selten hat ein Film die Wunden und Narben seines Landes so brutal und gleichzeitig so leichtfüßig vor Augen geführt.“ Robert Barry [Raindance Festival]
„LEBEN UND TOD EINER PORNOBANDE erzählt, trotz seiner aggressiven, brutalen und schockierenden Bilder, eine ernsthafte, universelle Geschichte: nämlich von den falschen Dingen, die wir aus den richtigen Gründen tun und von dem Leid, das sie verursachen – sowohl für uns als auch für unsere Nachwelt. Das macht ihn gleichzeitig persönlich und politisch.“ Kurt Halfyard [TWITCH]
„Wie ein pornografischer EASY RIDER mit Sex und expliziter Gewalt… Aber, auch wenn es so scheinen mag: es ist kein ausufernder Film. Wenig darin scheint unnötig; eher im Gegenteil: der Film ist überraschend umsichtig, einfühlsam und zornig.“ Frankie Thirteen [Forces of Geek]
„Ich würde sagen, dass, wenn man nicht schon vollkommen desensibilisiert ist, was Filme angeht, LEBEN UND TOD EINER PORNOBANDE ein Film ist, der einen bis ins Mark erschüttert und den man nicht mehr vergessen wird. Er ist entsetzlich, er ist abstoßend, aber er stimmt auch nachdenklich – und vielleicht ist es sogar ein notwendiger Film.“ Chris Bumbray [Arrow in the Head]
„Was William Burroughs’ NAKED LUNCH für das Amerika der 1950er und 1960 war, ist LEBEN UND TOD EINER PORNOBANDE für das Serbien nach Milosevic.“ Dejan Ognjanovic
„Djordjevic hat etwas geschaffen, das einem Geniestreich gleichkommt.“ Matthew Hays [Montreal Mirror]
„Wenn man sieht, wie diese enthusiastischen jungen Leute, die von Revolution und Kunst träumen, einer nach dem anderen [SPOILER], [SPOILER] und [SPOILER] werden, fragt man sich, ob man nicht gerade Zeuge eines der größten Wendepunkte oder Meilensteine der serbischen Filmgeschichte wird.“ [Puchon Filmfestival]