DOKUMENTARFILME A-Z
Abkürzungen:
H = Heterosexuell, S = Schwul, L = Lesbisch, T = Transgender,
NX = enthält keine expliziten Sexszenen, X = enthält explizite Sexszenen,
D = Dokumentarfilm, FT = Fetisch, SW = Sexwork
(Filme zum Thema Sexarbeit und Prostitution),
F = Filme von Frauen, A = Animationsfilm
America XXX: A Tribute To Sex And Rock 'n Roll H X D FT
25.10., 16.30 Uhr, Eiszeit 2
USA, 2002, 73 Minuten, Kris Kramski, englische Originalfassung
Ein spannender Mix aus Musik, Erotik und Dokumentation, und das ausgerechnet im kreativ stagnierenden Erotikfilm nach der Jahrtausendwende. Der französische Mode- und Aktphotograph Kris Kramski war nur wenige Jahre in der Pornobranche aktiv. Zu einer Zeit, in der schnell abgedrehte Video-Produktionen ohne Anspruch und Stil am Fließband entstanden, stach Kramski mit seiner stilisierten Optik, ungewöhnlichen Fetischaspekten und teils sehr bizarren Sets auffällig aus der Masse heraus. Im Vergleich mit anderen Meisterwerken der Pornogeschichte zeigte sich Kramski um ein vielfaches politischer, wie es auch die Themen in "America XXX" belegen. Als einer der wenigen Künstler im Pornobusiness, galt seine Vorliebe - trotz einer Bildästhetik auf höchstem Niveau - stets auch problematischen Themen und Fetischen. Dabei hinterfragte er nicht zuletzt die exzentrischen Gepflogenheiten der Branche und suchte Tabus in einer vermeintlichen Welt ohne Tabus.
Stellvertretend für seine anderen avantgardistischen Filme wurden auch die Szenen und Visionen in "America XXX" von einigen Pornofans wie Kritikern als "Antiporno" verunglimpft, da sie sich neben berauschenden Hochglanz-Bildern zugleich mit extremen und bizarren Szenarien und verstörenden Tabubrüchen auseinander zu setzen hatten. Mit Kramskis Visionen erschien Porno wieder diskussionswürdig: zum einen, da es moralisch und politisch heikel zuging und zum anderen, weil er eben nicht standardisierte Phantasien bediente, sondern vielmehr den Zuschauer auf eine sexuelle Achterbahnfahrt der Gefühle mit künstlerisch-intellektuellem Niveau mitnahm. Wegen der Neujustierung der Genre-Grenzen in das ursprüngliche und skandalöse Ambiente zählen seine Arbeiten zu den wenigen, aber wichtigen pornographischen Werke der Avantgarde.
"American XXX" stieß bei Fans wie Kritikern keinesfalls auf ungeteilte Gegenliebe: Während die einen ihm die pornografischen Szenen verübelten, gefiel anderen die Musik oder die politisch geprägten Fragen nicht, welche die Porno-Darstellerin Chloe den Bands und dem legendären Hustler-Boss Larry Flynt stellte. Als Fazit bleibt, dass es eine derartig ambitionierte Porno-Produktion, mit so vielen erotischen Facetten und Themen von AIDS über Musik bis hin zur Todesstrafe oder der freien Meinungsäußerung nie zuvor gegeben hat ... und angesichts der heutigen Lage in der Pornobranche auch wohl nicht so schnell wieder geben wird.
This visually and artistically outstanding film by French fashion photographer Kramski is a true avantgarde porn with a politically ambitious undertone. A blend between fiction and documentary, this remains a unique work that combines music and traditional glossy porn iconography with bizarre and transgressive scenarios.
Barcelona Sex Project H X F
26.10., 20.30 Uhr, Eiszeit 2
Spanien, 2008, 110 Minuten, Erika Lust, spanische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Sechs intime Portraits, mit offenherzigen Interviews über private Phantasien und echten Orgasmen in Erika Lusts feministischem Porno-Kaleidoskop.
Six portraits of true intimacy, personal interviews and real orgasms. "Barcelona Sex Project" is the latest production by Lust Films based on an original idea by Erika Lust. A feminist adult movie, created for women by women, the film discloses the private lives and sexuality of six individuals. The project is based on the conviction that women desire to know a person's inner character (their beliefs, their character, their feelings, fears and passions) before becoming drawn to them on a sexually intimate level.
Blue H X D SW F
23.10., 20.15 Uhr, Moviemento 2
Israel, 2007, 74 Minuten, Maya Ne'emani, hebräische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Maya Ne'emani portraitiert drei Pornodarstellerinnen in Israel bei einem Pornodreh. In ihrem Film wird die ausbeuterische Seite der Pornoindustrie herausgearbeitet. Sind diese Frauen frei und selbstbestimmt, oder haben sie keine andere Wahl, als ihre Körper zu verkaufen?
The documentary focuses on the lives of three Israeli porn actresses and follows them as they go through the uncensored stages of an adult film production. Pornography bears a strong connection to exploitation. Is it really so that we live in a world which allows one person to take advantage of other people's personal problems, who feel they have no other choice but to sell their body for money? Or is it possible for women to work in the porn industry without being exploited?
Claudette T NX D SW F
25.10., 20.15 Uhr, Moviemento 2
Schweiz, 2007, 63 Minuten, Sylvie Cachin, französische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Die temperamentvolle Mittsechzigerin Claudette ist Prostituierte und stolz auf ihren Beruf. Hermaphrodit, Ehefrau(-mann) und Großvater einer glücklichen Familie, vertritt sie ihre Ambivalenz mit Eleganz. Die Kurtisane im Pensionsalter tritt mit unverhülltem Gesicht für die Rechte männlicher und weiblicher Prostituierter ein. Damit riskiert sie, dass ihr näheres Umfeld die Wahrheit über ihren Beruf erfährt… Ein facettenreiches Porträt, das Fragen aufwirft zu Geschlechtsidentität, Sexualität, Liebe und individueller Freiheit.
Claudette is an enthusiastic 60-something who is a prostitute and proud of it. Born a hermaphrodite, married and the granddad of a happy family, she lives her ambivalent life with panache. At an age when she should be hanging up her garter, Claudette embarks on a public campaign to defend the rights of prostitutes, risking discovery of the truth about her occupation by her own family and friends. This multifaceted portrait offers food for thought on the nature of gender identity, sexuality, love and individual freedom.
Die Heide ruft: Sexualbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigungen H NX D SW F
26.10., 16.15 Uhr, Eiszeit 1, mit "Want"
Deutschland, 2007, 60 Minuten, Mirjam Mirwald, Danilo Vetter & Marius Zierold, deutsche Originalfassung
Das Filmprojekt "Disgenderbility" begleitet drei Menschen mit Lernschwierigkeiten ("geistigen Behinderungen") während eines Wochenend-Erotikworkshops in Trebel. Der Dokumentarfilm setzt sich mit dem Thema Sexualbegleitung auseinander. Diese wird als Möglichkeit der Teilhabe behinderter Menschen am allgemeinen Gut "Sex" vorgestellt. Außerdem versucht die Dokumentation, wichtige Diskurse und kritische Perspektiven auf Sexualbegleitung abzubilden. Der Film zeigt darüber hinaus Handlungsmöglichkeiten für Professionelle auf und sensibilisiert für das komplexe Themenfeld. Neben den Interviews mit den drei Protagonisten als Experten in eigener Sache kommen Sexualbegleiterinnen, Sexualberater und Betreuer zu Wort.
Das Projekt "Disgenderbility" besteht aus drei Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Dokumentarfilm ist Bestandteil einer Diplomarbeit am Institut für Rehabilitationswissenschaften.
The documentary follows three people with learning difficulties ("mental disabilities") during an erotic weekend workshop. It provides an in-depth discourse about sexuality and "disability" with professionals as well as the protagonists.
Durch die Nacht mit… Pierre Woodman & Brian Yuzna H NX D SW
26.10., 16.15 Uhr, Moviemento 2, mit Matthew Saliba's "Vampyros Lesbos"
Deutschland, 2007, 52 Minuten, Hasko Baumann, englische Originalfassung
In dieser Episode der arte-TV-Reihe "Durch die Nacht mit …" treffen mit dem französischen Pornografen Pierre Woodman ("Xcalibur - The Lords Of Sex") und dem amerikanischen Splatterfilmer Brian Yuzna ("Bride Of Re-Animator") zwei sehr unterschiedliche Filmemacher aufeinander. Im Verlaufe einer langen Nacht in Prag entspinnt sich ein interessantes, unterhaltsames und aufschlussreiches Gespräch über Sex, Gewalt und Moral im "Kino für Erwachsene"… und im Vorprogramm führt der kanadische Regisseur Matthew Saliba in seinem Kurzfilm "Vampyros Lesbos" Sex und Blut in einer Hommage an das Trashkino der 70er Jahre zusammen.
"One city, two artists, one night" is the formula for the meeting between the French pornographer Pierre Woodman and the American splatter director Brian Yuzna in Prague.
Geiler Scheiß - Ein Film über Jugendliche und Pornographie H NX D
25.10., 18 Uhr, Moviemento 1
Deutschland, 2008, 45 Minuten, Medienprojekt Wuppertal, deutsche Originalfassung
In dem Dokumentarfilm reflektieren Jugendliche offen ihren unterschiedlichen Umgang mit Pornographie im Internet, auf DVDs, in Zeitschriften etc. Junge Pornographiekonsumenten, Experten und Kritiker kommen zu Wort. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zwischen Pornographie, Sexualität und Moralvorstellungen. Jugendliche mit sehr verschiedenem Umgang mit und Meinungen zu Pornographie wurden auf der Straße und in längeren Einzelinterviews befragt. Drei Jungen und drei Mädchen wurden geschlechtsgetrennt beim gemeinsamen Pornokonsum (DVDs, Magazine, Internet) dokumentiert und dieser anschließend reflektiert.
Im Zentrum stehen die Fragen, was Pornographie für Jugendliche bedeutet, das heißt, warum sie wie viel und was gucken bzw. nicht gucken und wie Pornographie auf sie wirkt. Welche Gefahren sehen sie für sich und andere und welche Bedeutung haben Altersbeschränkungen und Verbote für sie, in welchem Zusammenhang steht Pornographie zu ihrer eigenen Sexualität und wie sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede. Pornographie wird (auch) moralisch, politisch und in Bezug auf das transportierte Menschen- und Frauenbild erörtert. Außerdem beschreibt und bewertet ein Sexualpädagoge den Pornokonsum bei Jugendlichen. Diese verwechselten in der Regel eben nicht Fiktion und Realität und seien "nicht doofer, verführbarer oder desorientierbarer als Erwachsene."
Happy Video Privat H L T X
23.10., 20.30 Uhr, Eiszeit 2
Festival-Auswahl
Deutschland, 1980-2005, 75 Minuten, Harry S. Morgan, deutsche Originalfassung:
Birgit + Steffen aus Leipzig - Faustfick in Sachsen H X
aus "Leder Dildos, nasse Fotzen"
Esther aus Osnabrück - Bis zum letzten Tropfen H X
aus "...die geilen Schätzchen aus der Nachbarschaft"
Eva + Miro aus Wuppertal - Liebeslust im Zug H X
aus "Deutschland wie es leibt und liebt"
Karin + Ina aus Osnabrück - Harry ist sprachlos... L T X
aus "Pipi auf Karl-Heinz"
Silke + Marco aus Viersen - Anale Leidenschaft H X
aus "Orgasmus Spiele"
The German Harry S. Morgan started filming the private sex lives of Germany in the mid eighties. We screen a selection from his "Happy Video Privat" series. The sex scenes are preceded by interviews with the protagonists. All films and interviews are in German.
Herzfeuer (Heartfire) H T L NX D FT F
25.10., 18.15 Uhr, Moviemento 2
Deutschland, 1993, 104 Minuten, Mischka Popp & Thomas Bergmann, deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln
Wir haben eine Reise unternommen. Durch die deutschen Schlafzimmer. Haben - quer durch die Republik - Gespräche geführt mit Singles und Paaren, mit Alten und Jungen. Über Liebe und Obsessionen, verborgene Wünsche. Über den Treibsatz Trieb. Keine Peepshow, kein verschwiemeltes Herumstochern unter der Bettdecke, keine pädagogischen Doktorspiele. Sondern: Gespräche in Augenhöhe, neugierig, handfest und sehr offen. Kein Beitrag zur Flut der Ratgeber, kein Beziehungskisten-Verschnitt, keine Anleitung für Erotikbastler. Eher ein Film der Unruhe, aus dem Reich der Sinne. Wir erzählen Geschichten von Höhenflügen und Abstürzen, von Gier und Einsamkeit, von Fremdheit und Nähe. Und von der Suche nach Glück. Groteske, anrührende und komische Geschichten. Von ganz normalen Leuten mit manchmal seltsamen Neigungen. Und von seltsamen Leuten, für die normal ist, was anderen verrückt erscheint. Vom frischen Glück, das sich ganz von der Welt abschottet bis zum Fetischisten, der sich als Haussklave verdingt, vom jungen Mann, der die alten Frauen liebt bis zum Ehepaar, das zur Liebe die zweite Haut braucht. Von starken Frauen, die für ihre sexuelle Selbständigkeit einen schmerzhaft hohen Preis bezahlt haben, bis zum ratlosen Mann, der sich in eine Hure verlieben musste - Momentaufnahmen von Lebens- und Liebesläufen, die eines gemeinsam haben: eine erstaunliche Direktheit und den Mut der Selbsterkenntnis.
We took a trip through German bedrooms. We talked to single people and couples, young and old people all over the country about love, sex and erotic dreams, obsessions and hidden desires. No peep show, no lurid prying under the covers, no
educational doctor games, but inquisitive provocative, solid and very open conversations. This is not merely another contribution to the mass of sex-guides, no DIY for eroticists, but an unsettling film from the sensual world. All contributors have one thing in common: an amazing directness and the courage of self recognition.
La nudité toute nue NX D
24.10., 18.15 Uhr, Eiszeit 1, mit "Alex And Her Arse Truck"
Frankreich, 2007, 52 Minuten, Olivier Nicklaus, französische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Auf den Titelseiten der gängigen Magazine, bei Demonstrationen, im Kino und im Fitnessstudio werden wir immer öfter mit menschlicher Nacktheit konfrontiert. Eine ernsthafte und doch pointierte dokumentarische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Nacktheit in all ihren Facetten, von der Pornografie bis zum Nackt-Yoga und therapeutischen Ansätzen.
On the front pages, during protest actions, in the cinema and at fitness centres, we increasingly face all sorts of human nakedness. Serious yet witty, this documentary uncovers the bare facts of the contemporary nude, from its performative and transgressive manifestations (Internet, strip tease, pornography, streaking) to its internalized almost spiritual expression (therapeutic forms such as naturism, yoga, naked trekking). The interviewees agreed to respond to the director's questions, revealing the naked truth about the matter and making "La nudité toute nue" the first nudocumentary in cinema history.
Larry Flynt - The Right To Be Left Alone H NX D SW F
24.10., 20.15 Uhr, Moviemento 2
USA, 2007, 81 Minuten, Joan Brooker-Marks, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Larry Flynt ist nicht nur der umstrittene Gründer des Hustler-Magazins, er ist auch seit Jahren ein unermüdlicher Aktivist für Pressefreiheit und Bürgerrechte in den USA. Biografisch und politisch zugleich gibt diese Dokumentation einen Einblick in Flynts Leben und seine Überzeugungen, für die er sich bis zum Letzten einsetzt.
Both hero and villain, both purveyor of pornography and tireless civil rights advocate, the always controversial publisher of Hustler magazine Larry Flynt is the subject of Joan Brooker-Marks' tell-all documentary "Larry Flynt: The Right To Be Left Alone". In a timely response to a current political situation where the fundamental civil rights of Americans are being challenged, the film offers an eye-opening and authoritative overview of Flynt's long-standing struggles to expand the parameters of free speech and expose the hypocrisy of this country's elected leaders. The documentary focuses on the self-confessed smut peddler's usually contentious entanglements with politics - from his precedent-setting Supreme Court case against evangelist and adulterer Jerry Falwell, to his prison sentence for refusing to name his source for the tapes documenting FBI entrapment. "Larry Flynt: The Right To Be Left Alone" also profiles Flynt's confrontation of the current administration of George W. Bush on the issues of civil liberties and government transparency as Flynt sued Donald Rumsfeld and the Pentagon for press access to the battlefield in Iraq.
Nina H X D SW
25.10., 20 Uhr, Moviemento 1
Frankreich, 2007, 75 Minuten, Thibault Staib, französische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Nina und Sophie stecken im gleichen Körper: Nina ist arrogant, sinnlich, das Lustobjekt, die Pornodarstellerin. Sophie ist die andere, 23 Jahre alt, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das von einem besseren Leben anderswo träumt. Seit zwei Jahren hat Nina Sophies Leben komplett übernommen, aber Sophie will raus aus der Pornokarriere.
Nina and Sophie are two very different young women who are caught in the same body and mind. Nina is the porn star, while Sophie is the nice girl from next door. For two years, Nina took over Sophie's everyday life. Nina took one job after another to finally fulfil her dream of becoming a porn star. She was hoping that the job would allow her to climb the social ladder, pay off her debts and gain recognition and love. But being an actress is a very tough job. Contrary to what people imagine, shooting a porn film is not only a pleasure, it can actually be quite painful for body and mind. One day, Sophie decided to have the upper hand, kick out Nina and stop shooting.
I met Nina at this turning point of our respective lives. Through my looking, both watchful and dumbstruck, I observed this woman managing a real metamorphosis. Then Sophie started writing an autobiography with the title "I Do Assume": it was her opportunity to face Nina and to clarify the situation with her, but also to draw the attention of her peers. Step by step, our relationship became a love story. A unique and striking rebirth happened before my eyes. Also, with Sophie's agreement and complicity, I shot her everyday life, our everyday life, to permit her to tell her story freely. For six months, I followed and questioned her to uncover the reasons that pushed her into this singular job. Quickly, I understood that nobody enters the porn industry by chance, neither for pleasure. All along our interviews and walks, the film found its line by itself: Sophie was writing to understand herself better, and I was filming to comprehend her better.
From introspection to autobiography, from assumed exhibitionism to daily life intimacy, the film stands for an impressionist narration built like an identity in re-composition. A story where drollness hides toughness, and obviousness buries contradiction. An unconcealed disorder where emotions jostle together until the portrait ends, before regaining a form of harmony.
Ole Ege - The Naughty Boy (Ole Ege den grimme dreng) H X D
24.10., 22 Uhr, Moviemento 1, mit "Pornography - A Musical"
Dänemark, 1996, 83 Minuten, Torben Skjødt Jensen, dänische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Als Dänemark 1969 die Pornografie legalisierte, war der Regisseur Ole Ege einer der Vorreiter des Genres. Skjødt Jensens Dokumentarfilm portraitiert Ege, sein Leben und sein Werk und die Reaktionen der prüden dänischen Gesellschaft auf die plötzliche sexuelle Freiheit.
When Denmark legalised pornography in 1969, Danish filmmaker Ole Ege led the way, pushing the boundaries of acceptability to the limit. This documentary profiles Ege's life and work, and examines how a previously prudish society reacted to the sudden advent of total freedom.
Ole Ege passionately professes eroticism - the girls, their forms and their nature. He sharply distinguishes between eroticism and pornography, but due to increasing competition, Ole Ege started Color Climax porno films, where he not only filmed girls, but now also let men appear. As this developed in the direction of hard core pornography, Ole Ege stopped as this was not his field.
Science Of Horror - If The Chainsaw Was A Penis (Science of Horror - Wenn die Kettensäge zum Penis wird) D
24.10., 20.15 Uhr, Eiszeit 1
Deutschland, 2008, 81 Minuten, Katharina Klewinghaus, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Horrorfilme sind pornographisch und erotisieren das Abscheuliche. Dennoch befreien sie, sind humorvoll und rütteln an kulturellen Tabus. "Science of Horror" dokumentiert zum ersten Mal den Horrorfilm aus der Sicht feministischer Filmkritik. So entdeckt Carol Clover in "Texas Chainsaw Massacre" das final girl, ein androgyner, dennoch eindeutig weiblicher Held. Damit liefert Clover eine grundlegende Formel des Genres und ein Fundament für weiterführende Thesen. Frauen sind des Horrors Lieblingsopfer, aber auch seine Helden. Der Phallus als sozialer Machtindikator wird im Horror zu einem flexiblen Objekt: Die Kettensäge in den Händen des final girl erlaubt einen anderen Blick auf die Normen westlicher Gesellschaften - heterosexuelle Zuschreibungen werden vom Genre unterwandert. Ausgehend davon entwickelt Judith Halberstam eine queere Lesart des Genres und erläutert anhand der "Chucky"-Serie, wie explizit Sexualität den Horrorfilm durchdringt und welche sexuellen Spielarten das Genre dem Publikum anbietet. Die filmtheoretischen Thesen werden mit Zitaten aus bekannten Horrorfilmen belegt und den Aussagen renommierter Filmemacher gegenübergestellt. Der Film schafft somit erstmalig Raum für einen Diskurs zwischen Filmtheorie und Filmpraxis. Wes Craven, John Carpenter und Tom Savini äußern sich zu ihren Filmen und ihren Fans. Bruce Campbell erklärt, warum er in den "Evil Dead"-Filmen ein männliches Opfer darstellt und welche Intention dahinter steckt, und Neil Marshall erläutert, warum "The Descent" bewusst mit den Erwartungen des Publikums spielt. Die Dokumentation kommt zu dem Schluss, dass das Genre mehr ist als die Summe seiner Effekte und der ihm entgegengebrachten Vorurteile. Horror ist absolut einzigartig.
Horror films are pornographic and eroticise the abject. Yet, they relieve, they are humorous and challenge cultural taboos. "Science Of Horror" is the first documentary to analyze horror film from the perspective of feminist film critique. Carol Clover discovers the "final girl" in "Texas Chainsaw Massacre", an androgynous but clearly feminine hero. Therewith, Clover delivers an essential formula of the genre and the foundation for further assumptions. Women are horror's favourite victims but also its heroes. The phallus, indicator of social power, becomes a flexible object in horror: The chainsaw in the "final girl's" hands allows a different look on the cultural norms of Western societies - the genre undermines heterosexual attribution. It is with that theory in mind, that Judith Halberstam develops a queer reading of the genre and illustrates along the "Chucky" series how explicitly sexuality runs through horror and which sexual vicissitudes the genre offers. Those theoretic assumptions are proven with citations from well-known horror films and confronted with statements of renowned filmmakers. Thus, the documentary is the first to lead a discourse between film theory and film practice. Wes Craven, John Carpenter and Tom Savini comment on their films and their fans. Bruce Campbell explains why he depicts a male victim in the "Evil Dead" movies. Joe Hill criticizes "torture porn" because of its shallowness, whereas Neil Marshall elucidates why "The Descent" consciously plays with audience's expectations. The documentary concludes that there is more to the genre than the sum of its effects. Horror is utterly unique.
Secret Museums NX D
24.10., 16.15 Uhr, Moviemento 2
Belgien, 2008, 76 Minuten, Peter Woditsch, Originalfassung mit englischen Untertiteln
Große Sammlungen erotischer Kunst liegen versteckt in Banksafes, Museumsdepots und in privaten Sammlungen. Diese Werke sind nur wenigen Spezialisten bekannt, obwohl wir in einer Zeit leben, in der Erotik ansonsten nicht mehr versteckt wird.
A documentary looking at the phenomena of hidden erotic art. These pieces are kept in bank safes, hidden behind strong walls and secret doors of the Vatican, lying in special depots of the Louvre-Museum, in special rooms of universities and the British Library or - in private houses. They are erotic, they are art and they have been created by the most known artists and yet only few experts know about these treasures.
In this documentary we are tracking down lost and forgotten treasures of fascinating art. We examine the question how art can be so powerful that it needs to be destroyed, hidden and ignored in our world where all kinds of erotica can be found at any newspaper stand, on TV, DVD and the Internet? It is a subject that few of us know much about, but which has implications for all.
Wrangler: Anatomy Of An Icon H S NX D SW
26.10., 16.30 Uhr, Eiszeit 2
USA, 2008, 90 Minuten, Jeffrey Schwartz, englische Originalfassung
Die berührende und faszinierende Geschichte eines der größten Pornostars aller Zeiten: Jack Wrangler. Mehr als nur ein schöner Körper, war Wrangler vor allem für schwule Männer ein Idol und ein Vorbild in puncto schwules Selbstvertrauen. Umso kurioser scheint seine Lebensgeschichte, die in diesem Dokumentarfilm von Jeffrey Schwartz minutiös und ohne jede Beschönigung nachgezeichnet wird. Zielstrebig machte sich Wrangler auf, auch in der Heterowelt zum Star zu werden und schaffte das Undenkbare: ein Star im schwulen wie im heterosexuellen Pornobusiness zu werden. Dessen nicht genug, vermochte Jack Wrangler zudem noch echtes Schauspiel und Theaterarbeit mit dem Genre Porno einerseits zu verbinden und andererseits als bekannter Pornostar auch in "seriösen" Theaterproduktionen mitzumachen. Um dem Ganzen schließlich die Krone aufzusetzen, heiratete der "Supermann" die alternde Sängerin Margaret Whiting. Eine Geschichte, wie sie sich vielleicht nur in den USA zutragen kann, und die man geradezu atemlos mitverfolgen möchte.
There have been dozens of gay porn stars, but only one Jack Wrangler. Bursting onto the scene in the early '70s, he wasn't the typical obscure object of desire but a full-bodied, self-confident stud. Buff, masculine and clearly comfortable in his own skin, Wrangler was more than just a hot guy to fantasize about - he was a role model. With a screen persona that blended virility with a sly eye for fun, Wrangler was the first out actor to show how a gay man could be strong, secure and lustful. In this entertaining oral history of the ground-breaking 70's, the self-aware (and self-deprecating) Wrangler describes his journey from skinny Beverly Hills brat (his hard-to-please father was a production exec on "Bonanza") to aspiring actor to a brand name with a product line. Fans from Chi Chi LaRue to Marc Shaiman to Bruce Vilanch drop by to recall the heady days of gay movie houses and to sing Jack's praises. Rounding out the package are a wealth of clips of Wrangler strutting his stuff in vintage films. Proving that there are second - and third - acts in American life, Wrangler successfully made the jump to straight porn and, in recent years, established himself as a serious director of serious theatre. The most surprising turn in Wrangler's iconoclastic life, however, was meeting and wooing songbird Margaret Whiting. Creative and vital, and as unconcerned as ever with the limits others would place on him, Jack Wrangler is still a role model.
Abkürzungen:
H = Heterosexuell, S = Schwul, L = Lesbisch, T = Transgender,
NX = enthält keine expliziten Sexszenen, X = enthält explizite Sexszenen,
D = Dokumentarfilm, FT = Fetisch, SW = Sexwork
(Filme zum Thema Sexarbeit und Prostitution),
F = Filme von Frauen, A = Animationsfilm

