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Das Filmprogramm umfasst dieses Jahr wieder ein breites Spektrum verschiedener Arbeiten aus dem Spiel-, Dokumentar- und Experimental- sowie Kunstbereich. Neuere Arbeiten aus Japan, Südostasien, Lateinamerika sowie den USA und Europa werden einen Einblick geben in das produktive Schaffen zum Thema Sexualität und Pornographie. Es wird Klassiker geben, Trashpornos, den beliebten Kurzfilmwettbewerb und das weite Spektrum von Filmen und Videos zwischen Kunst und Mainstreampornographie.

Alle Termine auf einen Blick unter "schedule".

ERÖFFNUNGSFILM
24.10., 20.15 Uhr, Kant 1

Pornographic Apathetic / H NX
USA, 2003, 6 Minuten, T. Arthur Cottam, Berliner Premiere, englische Originalfassung
Pornographic ApatheticSchon mal darüber nachgedacht, wie die Proben für einen Pornodreh aussehen? Danach wissen Sie es.

5 Sex Rooms und eine Küche / F H NX D SW
Deutschland, 2007, 78 Minuten, Eva C. Heldmann, Weltpremiere, deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln
Wiederholung im Rahmen der Podiumsdiskussion "Prostitution im Medienzeitalter", 25.10., 21.30 Uhr, HAU 1
5 Sex Rooms und eine KücheDer Film dokumentiert die Arbeit in einer von Frauen betriebenen Bordellwohnung im ersten Stock eines Wohnhauses. Lady Tara, die kluge, reflektierte Domina, ist die Betreiberin des Bordells. Drei weitere Frauen arbeiten mit ihr. Nadine ist verliebt in einen Tunesier. Sie weiß, wie kompliziert ihre Lage ist. Das "Weiße Studio" ist ihre Domäne. Tina ist eine erfahrene, liebevolle Prostituierte, deren Bereich das "Schwarze Studio" ist. Auf Cindy, die Anfängerin und auch die Jüngste im Bordell, sind die Kolleginnen zuweilen eifersüchtig.
Die Sex Rooms sind unterschiedlich ausgestattet, entsprechend den vielfältigen Bedürfnissen: der weiße (Medizin-) Raum, das schwarze (S/M) Studio, das griechische, das blaue und das gelbe Zimmer. In der Küche findet das Leben zwischen der Arbeit statt: warten, lesen, schminken, telefonieren, schwatzen und kochen. Der Flur verbindet die Küche mit den Räumen, hier vermischen sich die Geräusche: das Stöckeln der High Heels, die Waschmaschine, der Sex in den Zimmern, das Klappern der Töpfe, der Tratsch und das Herumalbern. Der Film ist eine Plattform für die Ansichten der Frauen. Zum Beispiel Lady Tara über sich selbst und die Gesellschaft: "Ich habe in meinem Leben so viel gevögelt. Das war schön in dem Moment, aber das war nichts Besonderes und da ist auch nichts Heiliges dabei. Das ist wie, wenn ich mit jemandem ein gutes Gespräch habe. Was soll an Muschi und Schwanz so heilig sein? Warum kann man eine Prostituierte nicht lassen wie sie ist? Für Unglück oder Glück einer Hure ist nicht gleich der Staat verantwortlich. Viele Frauen sind in ihrer Ehe unglücklich, deswegen wird die Ehe auch nicht abgeschafft. Ich sag's mal so, natürlich gibt es überall auf der Welt Personen, die geschützt werden müssen, weil sie selbst nicht dazu in der Lage sind."
Farben und Bewegung bereichern die dokumentarische Realität des Films: Rot, Grün, Lila und Gelb verändern besonders den Flur zwischen den Räumen. High Heels tanzen in schreienden Farben und grellem Licht, sie verselbstständigen sich zu einem schnellen Ballett der Dominanz, der Künstlichkeit und des Vergnügens.


ABSCHLUSSFILM
28.10., 22.15 Uhr, Kant 1

Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder / H NX D SW
Deutschland, 2007, 87 Minuten, Steffen Jürgens, Berliner Premiere, deutsch-englische Fassung mit deutschen Untertiteln
Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder"Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder" ist das dokumentarische Spektakel über einen überforderten Erotikmanager, der im Rausch von Busenwundern und anderen Boulevardgrößen den steilen Weg nach oben sucht. Charakterschwein oder Kultobjekt? Eine papparazzihafte Tour d'amour nach dem Tod des Weltstars Lolo Ferrari: Der Selfmade-Manager Martin Baldauf beim Neuaufbau eines Ersatzbusenwunders: Ashley Bond aus Manchester. Vom Solarium zum Nr.1-Hit? Der Film zeigt die aberwitzige Welt der B- und C-Promis - vom Promotiontermin auf der Autobahnraststätte Pforzheim bis zur Vermessung der eigenen Titten mit einer Hundeleine beim Rechtsanwalt.
Das neue kleine deutsche Kinowunder von Steffen Jürgens, u.a. mit der inzwischen verstorbenen Lolo Ferrari, Lebemann Jürgen Drews und als Gast Udo Lindenberg - produziert von Till Schmerbeck.


Abkürzungen:
H = Hetero, S = Schwul, L = Lesbisch, T = Transgender, NX = nicht explizite Sexszenen, X = explizite Sexszenen, D = Dokumentation, FT = Fetisch, SW = Sexwork (Schwerpunktthema Sexindustrie/Prostitution), F = Frauen – Filme aus weiblicher Sicht